"Raummusik und so"
8. Konzert der Reihe "Sprachmusik und Musiksprache: 
Neue Musik Kölner Komponisten" des Instituts für Phonetik 
in Zusammenarbeit mit Kunstschalter e.V.
Donnerstag, 31. Oktober, 2002
Einlaß 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
Kunstwerk, Deutz-Mülheimer-Str. 127
Eintritt frei. 

Programm | Steins | Haerpfer | Jansen | Fabian | Specht | Stoffel | Rebbe | Münz | Koch | Wagner

Alan Fabian
geboren 1973 in Köln, studierte Komposition bei Heinz Winbeck an der Musikhochschule Würzburg. Aufbaustudien am IRCAM/Paris und am Institut für Sonologie/DenHaag folgten. Zur Zeit studiert er elektronische Komposition bei Hans Ulrich Humpert an der Musikhochschule Köln.

Deuxième Objet rotatoire 
projiziert zwei elektroakustische Objekte in den Zuhörerraum. Das eine 'Objet' ist das Objet rotatoire der elektroakustischen Zuspielung meiner gleichnamigen Klavierkomposition (UA Sommer 2002) und das Andere ist ein neu komponiertes 'Objet' (Herbst 2002). Diese beiden Objekte sind zu der Komposition Deuxième Objet rotatoire weiterverarbeitet.
Das klangliche Material der beiden 'Objets' ist ausschließlich aus im Innenraum des Klaviers aufgenommenen Klangaktionen computergeneriert. Dabei habe ich die klangsynthetisierenden Prozesse mit genetischen Vererbungsprinzipien gesteuert, d.h. ich habe aus dem ursprünglichen Klaviermaterial musikalische Abläufe modellhaft herangezüchtet. Bei dem einen 'Objet' ist der musikalische Gestus dieser Züchtungen aktionistisch, wohingegen der des anderen 'Objet' rhythmisch ist. Diese beiden unterschiedlichen Grundcharaktere lassen sich aufgrund der quadrophonen Lautsprecheraufteilung hörend auseinander halten.
Die bei dieser Arbeitsweise entstandenen Einzelzüchtungen sind formal in Rotationen angeordnet, die die mehrmalige Wiederkehr von Klangzüchtungen ähnlichen musikalischen Charakters garantieren und so einen objekthaften Gesamtcharakter der Komposition schaffen.
Elektroakustische Organismen zerfressen und zersetzen, attackieren und assimilieren die Einzelteile im Innenraum des Klaviers, sägen und saugen an den Metallschrauben der Saiten vor und hinter dem Steg und machen das Klavier zum virtuellen Klangbiotop. Immer wieder flitzen diese Organismen durch den Resonanzraum des Klaviers, stoßen zusammen, überschütten sich gegenseitig mit ihrer Klangbeute und frieren in ihrer Bewegungsenergie ein in rhythmische Repetionen, energisch nach neuen Bewegungsrichtungen suchend. Künstlich erzeugtes akustisches Leben, ist das Musik?