"Raummusik und so"
8. Konzert der Reihe "Sprachmusik und Musiksprache: 
Neue Musik Kölner Komponisten" des Instituts für Phonetik 
in Zusammenarbeit mit Kunstschalter e.V.
Donnerstag, 31. Oktober, 2002
Einlaß 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr
Kunstwerk, Deutz-Mülheimer-Str. 127
Eintritt frei. 

Programm | Steins | Haerpfer | Jansen | Fabian | Specht | Stoffel | Rebbe | Münz | Koch | Wagner

hans w. koch
geboren 1962 in heidenheim/brenz, von 1984-88 studium von musik, geschichte und physik an der pädagogischen hochschule weingarten sowie von 1988-95 komposition an der hochschule für musik, köln bei johannes fritsch, lebt in köln.
während der studienzeit intensive beschäftigung mit den werken von john cage und morton feldman, auch als interpret. weitere wichtige anregungen entstammen studien über giacinto scelsi und jannis christou, die auch als publikationen vorliegen.
neben der konzeption von performances und offenen formen für verschiedenste besetzungen, oft interdisziplinär, iegt ein arbeitsschwerpunkt auf der entwickelung von (klang-)installationen, seit einigen jahren auch in verbindung mit dem computer.
auf der suche nach verborgenen aspekten eher alltäglicher geräte wie z.b. haartrocknern,  metallschwämmen, ausgemusterten computern (und traditionellen musikinstrumenten) entstehen bei derem rechten missbrauch klänge und musikalische strukturen mehr oder weniger als abfallprodukte.
die ergebnisse dieser suche werden auf verschiedenen festivals im in- und ausland präsentiert, wie z.b.: "x _ = op (x _) für zwei tonbandgeräte, lautsprecher,mikrophon und ein papprohr" (1992) bei u.a. "ars musica" brüssel und "audio art" krakow; "computermusik I - sprengzeichnung" (1996)  bei u.a. "experimentelle musik 99" münchen, "kryptonale IV" berlin; "der nächste klang ist nur einen steinwurf entfernt" beim symposion lindabrunn/österreich (2000); „arbeit/schoenheit(labor) bei der maerzmusik, berlin (2002)
ein weiteres wichtiges betätigungsfeld ist die arbeit mit laien und lehrern, mit denen im rahmen von projekten und workshops (u.a. im auftrag der koelner philharmonie und der donaueschinger musiktage) praktische erkundungen im gebiet der experimentellen musik unternommen werden. gemeinsam mit dem kollegen bernhard könig und der kulturpädagogin anke eberwein gründung des "büro für Konzertpädagogik".
1998 bernd-alois-zimmermann förderstipendium der stadt köln, 2000 arbeitsstipendium beim internationalen bildhauersymposion lindabrunn/österreich, 2002 stipendiat der villa aurora, los angeles.

sprit - memory (2002)
ein 8- kanal live-elektronik- spiel für 1 spieler/in mit mikrofon
stimme: bettina wenzel

auf eine beschwörung hin melden sich verschiedene geister, deren paarweise zusammengehörigkeit entdeckt und die miteinander verbunden werden wollen, um sie wieder loszuwerden.
die idee für dieses stück entstammt meiner beschäftigung mit den spiritistischen sitzungen des englischen mathematikers john dee (15-1607), der im 16. jahrhundert mit hilfe des mediums edward kelly ausgedehnte konversationen mit, wie er selbst sie nannte „spiritual creatures“ pflog. von ihnen lernte er sprache und alphabet der engel, leider erwies sich deren praktischer gebrauch als zweifelhaft.
die protokolle dieser sitzungen sind überliefert, teile des materials habe ich in meinem beitrag „passage der engel“ zum tschechisch-deutschen gemeinschaftsprojekt „unbezahlbare arien“ (gemeinsam mit zdenek plachy und jiri simachek), uraufgeführt am 20. 10. 02 an der oper prag, verwendet.

Bettina Wenzel 
begann ihre Tanzausbildung im Alter von 7 Jahren mit klassischem Ballett in Brüssel und setzte sie in Aachen an der Ballettschule Renoldi, später mit Jazztanz bei G. Welter fort.
Zum zeitgenössischen Tanz kam sie während ihrer Ausbildung zur Tanztherapeutin am Langen-Institut in Monheim (1988 -90, diplomiert 1991). In Paris lernte sie bei Ursula Winkler (Jérôme Andrews-Technik) und bei Mohamed Ahamada (José Limon-Technik). Außerdem bildete sie sich bei Dora Feilane in Aix-en-Provence in modernem Tanz ( Graham-Technik) aus.
In den letzten Jahren lernte sie new dance, Kontaktimprovisation und Choreographie bei Frey Faust (Köln/Paris/Marseille).  Ihre Stimmausbildung (nach Alfred Wolfsohn ) erhält sie seit 1992 am " Roy Hart – Theater " (Thoiras/Frankreich) bei Derek Rossignol, Noah Pikes, Jonathan Hart-Makwaia, Ian Magilton, von Roy Hart ausgebildeten Gründungsmitgliedern. Von 1991 bis 2001 lebte und arbeitete sie als Tanztherapeutin in Paris.
Seit 2000 widmet sie sich verstärkt der Entwickelung von intermedialen Performances und Auftritten als Improvisatorin oder Interpretin sowohl mit Stimme als auch mit Tanz. Als Beispiele seien hier genannt: „interleaves“, einer Solo-Performance für Stimme und aufblasbares Objekt für das „tree-festival“ in Kochi, Indien oder in “fall-out“ (Tanz/Live-Video), das in Zusammenarbeit mit hans w. koch (Musik/Installation) für die Veranstaltung "body of noise - three duos of experimental dance/music" der Krahnenbaum Company Köln entstand.